Wie strategisch ist die Personalarbeit in Ihrem Unternehmen aufgestellt?

In vielen Unternehmen steht heute die Frage, wie man Erträge steigern und gleichzeitig Kosten senken kann, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen. Zukunfts-Strategien sind entwickelt und diskutiert. Wie zum Beispiel auch im Verbund der Sparkassen. Sie müssen nur nachhaltig und konsequent umgesetzt werden.
Und genau hier beginnt oft das Problem:

  • Wie können diese Strategien mit Leben gefüllt und die Mitarbeiter mitgenommen werden?
  • Wie entwickelt und fördert man eine Unternehmenskultur, die die Umsetzung der Geschäftsstrategie unterstützt?Welche aktiven Beiträge aus dem Personalbereich sind für die Zukunft erforderlich und konsequent in der Strategieumsetzung zu leisten?

Ist eine neue Positionierung der Personalfunktion nötig? Wie weit sind „Personaler“ heute schon auf dem Weg, aktiv die Strategieumsetzung in ihrem Hause zu begleiten? Was ist ihr Selbstverständnis? Was sind die Erwartungen anderer? Welche neuen Aufgaben für die Zukunft kommen dazu? Was gilt es, künftig mehr, weniger oder anders zu machen?

Die Aktivitäten aus dem Personal-Bereich müssen der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens dienen. Um die richtigen Bedarfe zu erkennen und die richtigen Antworten zu finden, bedarf es einer strategisch ausgerichteten Personalabteilung.

Eine bewährte Klassifizierung 1)  kann Ihnen helfen, eine Einschätzung der Rolle von Human Resource Management (HRM) in Ihrem Haus vorzunehmen. Sieben Entwicklungsstufen werden hier unterschieden:

  1. Im Unternehmen gibt es keine systematische Entwicklungsarbeit. Man verlässt sich auf das, was durch das natürliche Lernen unbewusst an Entwicklung passiert.
  2. Es gibt im Unternehmen einzelne isolierte Maßnahmen, die eher reaktiv als Antwort auf Probleme, Krisen oder spezielle Erfordernisse abgefordert werden.
  3. Es gibt im Unternehmen ein Angebot an Entwicklungsmöglichkeiten und –maßnahmen, das Ihre Abteilung vorhält.
  4. Die Führungskräfte-Entwicklung (FKE) erhält konkrete Aufträge zur Umsetzung im Unternehmen, nachdem strategische Entscheidungen getroffen wurden.
  5. Die FKE wird von Zeit zu Zeit um Input gebeten, wenn es um die Erarbeitung langfristiger Marschrichtungen im Hause geht.
  6. Zwischen der FKE und der Geschäftsführung/ dem Vorstand gibt es eine enge stetige Kooperation und einen engen Austausch an Informationen.
  7. Die FKE ist voll integriert in unternehmenspolitische Entscheidungen.

 

Eine neue Untersuchung 2)  verweist auf drei Rollen von HR, die mit drei Stufen in der Wertschöpfung dieser Funktion verbunden sind:

  • HR als HR-Manager: HR unterstützt das Geschäft und stellt entsprechende Dienstleistungen bereit. Aufgaben sind: Management-Fähigkeiten aufbauen; Führungskräfte entwickeln und die Kompetenzentwicklung mit Jobanforderungen und Karriereschritten verbinden; ein firmeninternes Netzwerk aufbauen
  • HR als Business-Partner:  HR ist ein integraler Bestandteil der strategischen Arbeit des Führungsteams und trägt dazu bei, eine Unternehmenskultur passend zur Strategie und Vision zu entwickeln. Aufgaben sind: Flexible Programm entwickeln, die aktuelle Bedarfe abdecken; Menschen und Organisation entwickeln; Kompetenzen wirksam einsetzen und erforderliche Fähigkeiten neu definieren; Lernnetzwerke steuern
  • HR als Strategischer Partner: HR hat eine Schlüsselfunktion in der strategischen Planung und im Veränderungsmanagement und fördert durch seine Dienstleistungen erheblich den Geschäftserfolg. Aufgaben sind: Wissensmanagement; Fokus auf Organisationsentwicklung; Veränderungsmanagement; HR-Prozesse sind eng mit den Geschäftsstrategien verbunden

Aktuell werden wir in einer Studie der Frage nachgehen, wie sich der Personalbereich der Zukunft als Business- und Strategischer Partner im Unternehmen Sparkasse aufstellen kann:

  • Qualitätsprägende Elemente von Personalarbeit sollen beleuchtet,
  • ein verändertes Selbstverständnis definiert,
  • neue Aufgaben neben den klassischen Tätigkeiten abgeleitet,
  • zielführende Mittel und Wege erkannt werden,
  • um die Geschäftspolitik der Sparkassen wirkungsvoll mit umzusetzen.

Ergebnisse aus der Studie werden voraussichtlich gegen Mitte des Jahres vorliegen.
 
Ralf Liedtke


1)Quelle: (* John Burgoyne: A six-step-model of integration of management development and corporate Policy, in : Herbert Kraus, Norbert Kailer, Karl Sandner, Management Development im Wandel, Wien 1990, S.123ff.)
2) Quelle: III.Lawler, John W. Boudreau: Achieving excellence in human resources management. An assessment of human resource functions, Standford 2009)

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