Kommunikation – Nachdenkliches zur heutigen Informationsflut
Kennen Sie die „Management by……“- Konzepte? Also, die „klassischen“ Konzepte kennen Sie sicher (Übersicht).
Und von den humorigen sicher auch so einige, z.B.
“Management by Fallobst“ (Wenn die Entscheidungen reif sind fallen sie von selbst). Wer mehr davon will, -->
Doch ernsthaft:
In der Wirtschaftswoche wurde vor einiger Zeit über Management by E-Mail berichtet, einer immer stärker hereinbrechenden Unsitte und ihre fatalen Folgen.
Mitarbeiter setzen in ihren Mails ganze Heerscharen von Kollegen und ihren Chef in Cc. Die meisten Kollegen haben mit dem Vorgang überhaupt nichts zu tun. Diese Unsitte mit den Cc’s vermehrt die Informationsflut immer weiter mit dramatischen Folgen, z.B. diesen:
- Für die jeweilige Organisation selbst führt die Informationsflut zu spürbaren Zeitverlusten. Nach neueren Untersuchungen (u.a. vom britischen Henley Management College) brauchen Manager inzwischen bis zu 2 Stunden am Tag zur Bearbeitung ihrer Mails. Von denen sind 2/3 irrelevant (die besagten Cc’s, Spam, Werbung). Und das heißt, dass sie täglich etwa 40 Minuten mit unnützen Informationen vertun. Zeit ist Geld und Zeitverlust bedeutet Ineffizienz. Wohin wird das noch führen, denn jede Mail löst in der Regel weitere Nachrichten aus?
- Die ständige Ablenkung und Störung durch die Mailbox, durch aktive Handys, SMS oder Blackberrys, der sich viele heute freiwillig aussetzen führt zu Ineffizienz, Kreativitätsverlust, Stress, Hektik und Konzentrationsmängeln. Nicht einmal mehr 2 ½ Minuten konzentriert sich ein arbeitender Büromensch heute am Stück auf seine Arbeit bevor er wieder durch ein Telefonat, eine Mail usw. gestört wird. Und nach einer amerikanischen Untersuchung (Gloria Mark: „Unterbrechungs-Unkultur“) braucht der durchschnittliche Mensch etwa 25 Minuten nach einer Störung, um den Faden wieder aufzunehmen, sich neu auf etwas zu konzentrieren. Fazit: Diese ständigen Störungen sind Produktivitätshemmnisse par Excellence.
- Die Info-Flut hat weitere gravierende Folgen. Je mehr Informationen der Mensch aufnehmen muss, desto weniger klar kann er entscheiden. Und das bedeutet wiederum dass die Erfolgsquote sinkt und die Fehlerquote steigt
- Kehren wir zum oben erwähnten Chef zurück. In der überwiegenden Zahl der Mails hat auch er mit der Sache nichts zu tun, wird mit der Kopie nur unnütz belastet. Aber: So werden häufig Entscheidungen unverfänglich zurückdelegiert oder abgesichert. Denn, geht die Sache schief, exkulpiert sich der Mitarbeiter mit dem Hinweis, er habe den Chef ja informiert, der hätte ja eingreifen können. So funktionieren Führung und Selbstverantwortung heute vielfach.
Der Artikel in der WiWo (Nr. 13, 22.3.2008) geht auch näher ein auf Möglichkeiten, sich dem Kommunikationsterror zu entziehen und gibt Hinweise auf einige andere, interessante Beiträge und Untersuchungen hierzu - unter Stichworten wie:
- Weblog von B.Behrend
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