Business-Moral- das neue Erfolgsrezept?
Dem Vernehmen nach sollen die Einlagen der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken schon Ende 2008 (Sept.-November) um etwa ½ Milliarde € gestiegen sein.
Grund: die Sparkassen stehen für Werte wie Bodenständigkeit und Verlässlichkeit, die anderswo längst verloren gegangen sind bzw. noch nicht wieder entdeckt wurden.
Hat das eventuell mit dem zu tun, was Herr Haasis, Präsident des DSGV, Anfang 2009 (29.Januar 2009) bei seiner Präsentation der neuen Sparkassenstrategie so formuliert hat:
„Einer Sparkasse ist ein zufriedener Kunde mindestens ebenso wichtig wie die Erreichung einer betriebswirtschaftlichen Zielzahl. …Wir setzen voll auf höchste Standards bei der Beratungsqualität. Zum Geschäftsmodell einer Sparkasse gehört es nach unserer Auffassung nicht, jeden Preiskampf mitzumachen. Während andere die Preise senken, wollen wir die Leistungen und die Qualität erhöhen.“
Oder liegt dieser erstaunliche Einlagen-Zuwachs einfach nur im aktuellen Trend, den die Trend- und Zukunftsforscherin Susanne Köhler vom Zukunftsinstitut in Kelkheim kürzlich in ihrer Studie:
“die neue Business- Moral – CSR prägt die Märkte von morgen“
beschrieben hat?
Sie berichtet, dass seit einiger Zeit erstaunliche Veränderungen im Konsumentenverhalten festzustellen seien. Zunehmend würden gegenüber produzierenden und dienstleistenden Unternehmen Werte und nachhaltige Verhaltensweisen eingefordert, die in Richtung „ethical correctness“ gehen.
Dieser neue Nachhaltigkeitsgedanke umfasst nicht nur ökologisches Denken und Handeln, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung mit einem ganzheitlichen Ansatz. Die von zunehmend kritischen Verbrauchern/ Kunden und Mitarbeitern erwartete „Moral“ geht von der Wahl der Lieferanten und Rohstoffe über die Behandlung der eigenen Mitarbeiter bis hin zum Wohlbefinden der Kunden bei Kauf und Nutzung der Erzeugnisse. Susanne Köhler zeigt an Beispielen auf, dass „Fehlverhalten“ der Unternehmen heute in unserer eng vernetzten Welt schnell wie ein Bumerang auf die Unternehmen zurück kommt. In Zeiten des Web 2.0 wird über Kommunikationskanäle wie Blogs oder Verbrauchergruppen und –foren schnell Konsumentenmeinung und –verhalten nachhaltig geprägt.
Und unser Kommentar dazu:
Für die Unternehmen heißt dies nicht nur umdenken, sondern auch umstrukturieren. Corporate Social Responsibility (CSR) ist zum Managementansatz geworden, und definiert ein gegenüber allen Stakeholdern verantwortliches Verhalten, das sich nicht nur als „Marketingansatz“ ausprägt, sondern in die Geschäftsprozesse integriert wird.
In freier Interpretation der oben zitierten Aussage von Herrn Haasis würde das im Sparkassensektor beispielsweise bedeuten, auf den Verkauf von strukturierten Wertpapieren à la Lehmann-Brothers grundsätzlich zu verzichten, auch wenn man damit wirklich gutes Geld verdienen könnte.
Also nicht wie bisher im Finanzmarkt „Geld und Gewinn“ sondern „Geld, Gewinn und Gewissen“
Und wenn denn das CSR-Verständnis mehr und mehr als ein entscheidender geschäftspolitischer und strategischer Ansatz verstanden werden muss,dann leiten wir als Berater für die Führungsebenen in den Unternehmen daraus die These ab, dass CSR als zukunftsgerichteter strategischer Managementansatz insbesondere nachhaltig im Führungsverhalten verankert werden muss, wenn er Erfolg haben soll.
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