Führung braucht Klarheit und Konsequenz
Eine Kernaussage des kurzen Berichts aus der WIWO Nr. 3 vom 18.1.2010 –ein Auszug aus dem Buch „Täglicher Kampf zwischen Konferenz und Kopierer“ von Jochen Mai- lautet:
Mit einem Kuschel-Chef fährt man keinen Deut
besser als mit dem harten Hund, der durch Drohen, Bestrafen und ungerechtem Durchgreifen führt.
Hintergrund dieses Artikels sind verschiedene Untersuchungen (u.a. Institut für Mittelstandsforschung), die deutlich machen, dass gut 50 % und mehr der deutschen Arbeitnehmer mit ihren Chefs unzufrieden sind und ein schwieriges bis gestörtes Verhältnis zu ihnen haben.
Doch allzu leicht nicken wir so moderne Postulate an Führungskräfte unreflektiert ab wie „fördern und fordern“. Oder wir bewerten den nachsichtigen, sympathischen aber wenig verbindlichen Boss als wünschenswert. Der Autor provoziert uns bewusst mit der These: Man sollte sich klar machen, dass der Chef nicht dafür bezahlt wird, einen Sympathiewettbewerb zu gewinnen. Die Mitarbeiter akzeptieren und respektieren ihren Chef auch dann, wenn er ehrlich und fair (heißt: klar und deutlich aber mit persönlicher Achtung) bewertet, sachlich kommuniziert und kritisiert und Konflikte angemessen aufgreift wo es nötig ist.
Also: besser klar und deutlich führen- z.B. „ich erwarte von Ihnen, dass…“- als unbestimmte Unverbindlichkeit wie „man sollte vielleicht…“ von sich geben.
Und wir möchten das ergänzen: die Kompetenz des Chefs liegt darin, zu führen, zu entscheiden. Dies ist kein Widerspruch, gleichzeitig die Mitarbeiter in ihre Verantwortung zu nehmen, zu fordern und zu fördern. Deshalb nennt man diese Menschen Führungskräfte und nicht Entertainer oder Vermittler.
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