Für Sie gelesen: Was TOP-Unternehmen anders machen....

Und wieder zeigt sich, welchen Stellenwert Führung und Unternehmenskultur für den Erfolg eines Unternehmens haben.

Die Autoren (F. Bailom, K. Matzler, D. Tschemernjak) zeigen in ihrer großen europäischen Strategie-Studie auf:

Wie gelingt es Unternehmen immer wieder, trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein?

Zu dieser Fragestellung wurden über 1.000 Unternehmen über einen Zeitraum von 4 Jahren in dieser Strategie-Studie begleitet. Ziel war es, die Erfolgsfaktoren zu bestimmen und Best Practices herauszuarbeiten.

Die überraschenden Ergebnisse: Nur jedes 7. Unternehmen schafft es, gegen den Strom zu schwimmen und profitabler als andere zu arbeiten.
Mehr als 80 % der Unternehmen suchen ihr Heil über eine Optimierung des Bestehenden. Leitlinie sind Kostensenkungsprogramme. In der Regel gelingt  es aber trotz großer Bemühungen nicht, die Kostenstrukturen nachhaltig zu verbessern. Kostensenkungsprogramme haben bei der deutlichen Mehrzahl der Unternehmen zu keiner oder nur kurzfristigen Verbesserung der Wettbewerbsposition geführt. Eine Verbesserung des Bestehenden führt eher zu einer wachsenden Gleichheit und Nichtunterscheidbarkeit  dieser „Optimierer“. Man setzt sich mehr mit dem Wettbewerb auseinander statt durch wirklich innovative Ansätze einen echten Mehrwert für den Kunden zu schaffen.
Einer kleinen Gruppe von Unternehmen ist es hingegen gelungen, durch Innovationen die Branche radikal zu verändern. Getrieben durch  den Wunsch nach einer aktiven Veränderung des Marktes haben diese „Veränderer“ für ihre Kunden Lösungen für morgen entwickelt. Hierbei ist es ihnen gelungen, die Potenziale ihrer Mitarbeiter nachhaltig(er) zu nutzen. Auf diesem Wege haben sie auch ihre Kostenstrukturen deutlich verbessert, weil sie bestehende Prozesse radikal in Frage gestellt haben.

Um diesen wirklichen Wettbewerbsvorteil zu erreichen braucht es

  • visionäres Denken,
  • Mut und radikale Innovationen,
  • eine systematische Ausrichtung auf Kunden und Markt,
  • das optimale Nutzen vorhandener Mitarbeiter-Potenziale und
  • eine Umgebung, in der Mitarbeiter engagiert und motiviert arbeiten und sich weiter entwickeln können.

Überdurchschnittlicher Erfolg hängt nachweisbar von Innovationsfähigkeit, Nutzen der Kernkompetenzen und Marktorientierung ab. Diese Faktoren liegen eindeutig im Einflussbereich des Managements. Doch nicht Methoden und Instrumente entscheiden letztlich über Erfolg, sondern die gelebten Werte, Einstellungen, Denk- und Verhaltensmuster insbesondere des TOP-Managements.

TOP-Performer geben sich niemals mit dem Erfolg von heute zufrieden. Sie …

  • verstehen sich selbst als Innovationstreiber und sind selbst oft echte Visionäre,
  • messen der permanenten Veränderung und strategischen Weiterentwicklung einen hohen Stellenwert zu und versuchen früh, die Märkte von Morgen zu erkennen,
  • lösen sich vom aktuellen „Tagesgeschäft“ und betrachten das Marktgeschehen aus der „Hubschrauber-Perspektive“,
  • wollen mit dem Unternehmen etwas bewegen, was weit über den Firmenerfolg hinaus geht und sind stolz auf die Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens,
  • sprechen weniger über die Probleme der Gegenwart, reflektieren lieber die Chancen der Zukunft,
  • kennen und verstehen ihre Märkte und Kunden, bewegen sich zu mehr als 50 % ihrer Tätigkeit in den Märkten, um ihr Gespür für den Markt nicht zu verlieren,
  • pflegen den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern über verschiedene Hierarchieebenen.

Das vierjährige Forschungsprojekt konnte diese wichtigen Erfolgsfaktoren identifizieren und aufzeigen, wo die Stellhebel für Erfolg liegen.

Das Fazit: Innovationsfähigkeit, Kernkompetenzen und Marktorientierung erweisen sich als zentrale Treiber. Letztlich jedoch bilden die Innovationsorientierung des TOP-Managements und dessen Leadership-Fähigkeiten die wirklichen Quellen von Wettbewerbsvorteilen und hohem Erfolg.

Diese wirken sich vielfältig aus:

  • auf die Ausprägung der Unternehmenskultur in Richtung Entrepreneurship mit Werten wie Dynamik, Unternehmertum und Risikobereitschaft mit klaren Prioritäten auf Wachstum und Innovation;
  • auf die Stärke der Unternehmenskultur, die Identität, die sie stiftet und die Werte, die sie vermittelt;
  • auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens und
  • auf die Investition in und den Aufbau von einzigartigen Ressourcen und Fähigkeiten.

Quelle:
Franz Bailom, Kurt Matzler, Dieter Tschemernjak: Was Top-Unternehmen anders machen.
Große europäische Strategie-Studie.
Linde Verlag, Wien 10-2006
ISBN    978-3-7093-0121-0